19|10|08: Screening of The Aftermath

And now for something completely different. In 2005, I had the honour to publish the book „The Nicobars Islands. Cultural Choices in the Aftermath of the Tsunami“ by my friend Simron Jit Singh, then a scholar at the Institute of Social Ecology Vienna. Simron is an Indian anthropologist who’s work on the Nicobar Islands proved to tremendously exceed the enormous scientific value of the publication in itself as it became the reference book for that part of the population of the Nicobar Islands who had survived the apocalyptic Tsunami of Christmas 2004. With this book the survivors were at least partly enabled to re-establish their culture in spiritual and material terms. At the same time the population had to struggle with a second aftermath, that of aid organizations, bureaucracy, and the general onslaught of „civilisation“. In 2014, Raphael Barth presented his film „Aftermath-The second flood“ re-telling these events and processes. The screening of this film next week at the Boku Kino will be followed by a panel discussion, among others yours truly participating, hosted by the formidable Verena Winiwarter and organized by BOKU – Universität für Bodenkultur Wien, Boku Kino, and Österreichische Akademie der Wissenschaften. The book was published by Czernin Verlag and should still be in stock. The foreword can be found here. Do come.

Edit 19|10|08: The research project on the negative impact of disaster aid was conducted by Marina Fischer-Kowalski (Institute of Social Ecology) and her team, and funded by the Austrian Science Fund (FWF). For more see abstract

Presentation of the book in September 2005 with Austria’s Federal President Heinz Fischer and a delegation from the Nicobars at the chancellery of the president in the former imperial palace in Vienna. / © Oliver Lehmann

19|09|08: Civis romanus sum

Ein Abendessen. Mein Tischnachbar ist Rudi, 91 Jahre alt, ein Weltweiser und Überlebender des 20. Jahrhunderts. Rudi erkundigt sich bei der Gastgeberin nach der Familiengeschichte einer Besucherin aus Kanada, die am anderen Ende der Tafel sitzt, und fragt dann, ob ihr Urgroßvater ein Wiener gewesen sei. Die Gastgeberin überlegt: ‚Nein, ich glaube, er war aus Czernowitz.‘ Rudi, ein wenig störrisch: ‚Was ich sag: ein Wiener.‘ Vorhang.

Edit 19|09|24: Ein sehr schönes Porträt von Rudolf Schönwald hat Erich Klein für den Anzeiger (Das Magazin der österreichischen Buchbranche), Ausgabe 9/19, verfasst: https://issuu.com/falter.at/docs/anzeiger_9-19_web/36

19|08|17: „Küsse, Bisse“

Ein Schlachthof als Location und Kleists „Penthesileia“ als szenische Lesung von vier (!) Stunden – das klingt erstmal anstrengend. Aber was Anne Bennent gemeinsam mit Gitarrist Karl Ritter beim Hin & Weg Theaterfestival in Litschau (btw, fabelhaft co-kuratiert von Katharina Stemberger und Ernst Molden) auf die Bühne stellt, ist be- und entrückend, extrem eindrucksvoll, sehr bewegend und hiermit nachdrücklich empfohlen, nicht zuletzt weil Anne Bennent all jene ZuschauerInnen, die bis zum Schluss trotz in Salz gesiedetem Schweineherz und Rindszunge als Pausenbuffet durchhalten, mit einem Kuß belohnt, aber: Vorsicht, denn „Küsse, Bisse, das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, kann schon das eine für das andre greifen“. Und noch eins: Nach der Aufführung wird man sich duschen wollen – wegen des Ambientes, aber vielleicht auch wegen des Textes.

19|04|16: Nagel und Hammer

Der Kabarettist Hosea Ratschiller hat ein mißverständliches Posting auf Facebook veröffentlicht. Das Thema ist eigentlich egal (für Neugierige: Es ging um den Brand von Notre Dame). Ich habe die Löschung zum Anlaß für die Formulierung einer Überlegung genommen.

Lieber Herr Ratschiller, ich erlaube mir mich mit einem unaufgeorderten Ratschlag zu Wort zu melden: So genannte social media eignen sich nur eingeschränkt zur Vermittlung komplexer Überlegungen wie in Ihrem, eben gelöschten Posting ansatzweise formuliert. Diese Kürze macht zweifellos den Reiz der social media aus, weil sie zu einer stilistischen Pointierung anregt. Auf der Strecke bleiben aber dabei anspruchsvollere, weil differenzierte Argumente. Wenn ich schon social media verwende (viel seltener als Sie oder die meisten anderen User) dann dazu, eine Geschichte oder Gedanken anzureißen, um ihn dann in meinem privaten Blog bei Bedarf auszuführen. Nebenbei: Damit entziehe ich auch Twitter oder Facebook die Verfügungsgewalt über den größten Teil meiner Texte. Dieses Verfahren mag zwar nicht ganz so publikumsträchtig sein wie ein „guter Sager“, kann aber die Qualität der Diskussion verbessern, was Ihnen – so verstehe ich die meisten ihrer Beiträge – ja auch ein Anliegen ist. Andernfalls fürchte, dass Sie mit Ihren Postings das prinzipielle Dilemma der social media bloß reproduzieren: „I suppose it is tempting, if the only tool you have is a hammer, to treat everything as if it were a nail.“ (Abraham Kaplan)

19|04|12: Traudl Schmidt †

Am 12. April 2019 haben wir Traudl Schmidt (1940-2019) auf dem Neustifter Friedhof oberhalb von Wien auf ihrem letzten Weg begleitet. Ihr Sohn Peter hatte mich um einige Worte gebeten.

Liebe Familie, liebe Trauergemeinde!

Traudl und ich veröffentlichten 2001 das Buch „In den Fängen des Dr. Gross. Das misshandelte Leben des Friedrich Zawrel“. Peter hat mich gebeten, über diese Arbeit zu sprechen und – ich zitiere – „wie Du meine Mutter dabei erlebt hast. Ich glaube, das würde sie freuen – weil sie darauf immer sehr stolz war.“

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19|04|06: at.venture (2006)

Anderntags stieß ich auf meiner Festplatte auf ein PDF der ersten Ausgabe von at.venture, erschienen im Oktober 2006. Immer auf der Suche nach zusätzlichen Einnahmequellen zur Sicherung des Universum Magazins, hatte ich bei einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), die Johannes Steiner als externer Konsulent organisiert hatte, das Projekt eines Forschungsmagazins eingereicht und zur allgemeinen und zu meiner Verblüffung gewonnen: Fortan sollte at.venture einmal im Quartal dem Universum Magazin und dem Standard beigelegt werden. Gesamtauflage: 150.000 Exemplare.

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19|02|02: Dancing Stars dank Weltraumtechnik

Das Editorial des Ballmagazins 2019

Was hier wie ein Gruppenbild von ein paar Außerirdischen anmutet, entstand im Nordvestibül der Volkshalle im Erdgeschoß des Wiener Rathauses. Das Rätsel, wer tatsächlich auf dem Bild zu sehen ist, wird weiter unten gelöst. An dieser Stelle erfahren Sie mehr über die Hintergründe des Bildes. Angefertigt wurde es am 21. Dezember 2018 von Franz Kerschbaum mit einer Wärmebildkamera: Je röter desto wärmer sind die Körperpartien, je blauer desto kühler.

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19|01|26: Eröffnung 5. Wiener Ball der Wissenschaften

Rede anläßlich des 5. Wiener Balls der Wissenschaften am 26. Jänner 2019

Mit Martina und Bernd Bickel auf dem Red Carpet vor der Eröffnung des 5. Wiener Balls der Wissenschaften. Der Computerwissenschaftler ist Professor am IST Austria und Gewinner eines Academy Awards 2019 for Technical Achievements (© SciBall/R.Ferrigato).

Herzlich willkommen meine Damen und Herren! Ich darf Ihnen heute einige Premieren ankündigen:

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