Archiv des Autors: OL

Über OL

Oliver Lehmann schreibt Texte und Kontexte in Form von Reportagen, Büchern, Moderationen, Konzepten und Notizen. Für sich und andere. Auf Deutsch. And in English.

25|11|07: Other X-Mas Carols 2025

This year’s collection of Other Christmas Carols. As usual a highly arbitrary sample of inspiring and reflective tunes. I do not own the rights to any of these songs. Go and buy them. Last years‘ lists are archived here. This year’s playlist an be found on Spotify and on YouTube. Enjoy.

For more on this year’s cover location, the Hochjochferner seperating the Ötztal from the Schnalstal, see this sketch

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25|09|07: Die Transhumanz

Anfang September habe ich – ewig angeregt durch den Text einer Kollegin – an der Transhumanz vom Ötztal ins Schnalstal teilgenommen: Dem saisonalen Zug von 1500 Schafen mit ihrem Personal über den Hochjochferner von den Nordtiroler Sommerweiden in ihre Südtiroler Ställe. Seit 6000 Jahren sollen die Herden diese Wege begehen, Ötzi ist unweit von hier gefunden worden.
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25|08|31: Der Bildermacher

© Oliver Lehmann

Rede zur Ausstellungseröffnung und Buchpräsentation »Voraus – Hintaus – Mittendrin« von Franz Krestan in der Eisenbergerfabrik in Gmünd, 30.08.2025

Man kann den Strukturwandel, den das Waldviertel nun schon seit Jahrzehnten durchmacht, in aller Ausführlichkeit und Akkuratesse empirisch beschreiben. Am Ende wird doch das gleiche Ergebnis herauskommen wie bei einer anekdotischen Betrachtung: Die Jungen gehen weg und die Alten sterben weg. Ab und zu bilden sich Widerstandsnester gegen die Dynamik der demografischen, ökonomischen und infrastrukturellen Abwärtsspirale. Diese Nester sind bewohnt von interessanten Vögeln:  störrische Einheimische und (vorerst) enthusiastische Zuzügler. Da werden dann Kulturvereine gegründet, alte Textilfabriken wiederbelebt, rührige Verlage etabliert – alles löbliche Initiativen und allemal klüger, als das Schicksal der Gegend zu besiegeln, indem an der Umfahrungsstraße noch ein paar Hektar für den Einkaufspark versiegelt werden. Was für ein Potenzial diese Gegend hat, lässt sich daran ermessen, wie erfolgreich und innovativ die Waldviertlerinnen und Waldviertler außerhalb des Waldviertels, in Wien und in der Welt sind. Das ist aber kein guter Trost.

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25|01|25: In wirklich guter Gesellschaft

Rede beim Ehrenempfang | © Ludwig Schedl/SciBall

Das Editorial des Ballmagazins zum 10. Wiener Ball der Wissenschaften am 25.1.2025 im Wiener Rathaus. Das komplette Ballmagazin findet sich auf der Ball-Homepage 

Es wirkt wie ein kleiner Schritt verglichen mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die in den letzten zehn Jahren publiziert wurden. Als wir 2014 – angeregt durch den damaligen Bürgermeister Michael Häupl und den Universitätsbeauftragten Alexander Van der Bellen mit Unterstützung von Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny – begonnen haben, den ersten Ball im Jänner 2015 zu planen, ließen wir uns von dem Gedanken leiten, die Grenzen des traditionellen Ballformats auszuloten und zu erweitern. So etwa beim Eröffnungskomitee. Weiterlesen

25|01|14: Kurt Kuch – Carpe Diem

Dieser Tage ist es zehn Jahre, dass Kurt Kuch gestorben ist und wir ihn begraben haben. Dieser Tage haben seine Frau Elke und seine Tochter Lea ein Buch mit Erinnerungen an Kurt vorgestellt, verlegt in der verdienstvollen Edition Lex Liszt 12 von Horst Horvath und präsentiert im Offenen Haus Oberwart, eine der frühen Wirkungsstätten von Kurt. Im Buch erzählen 36 Freund:innen und Kolleg:innen von Kurt (die meisten oben abgelichtet), meist persönlich, oft eher in Form von Briefen, Anekdoten und Tagebucheinträgen als von journalistisch präzisen Beiträgen. Das ist auch gut so. Weiterlesen

24|11|17: Other X-Mas Carols 2024

This year’s collection of Other Christmas Carols. As usual a highly arbitrary sample of inspiring and reflective tunes. I find the lyrics of the Bach Motette „Jesu, meine Freude“, BWV 227, as performed by the Collegium Vocale Gent particularly befitting: „Trotz dem alten Drachen / trotz des Todes Rachen / trotz der Furcht dazu! / Tobe, Welt, und springe / ich steh hier und singe / in gar sichrer Ruh!“

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24|08|14: Summer Songs 2024

Im März und April 2024 habe ich gemeinsam mit Apollonia Stoisits eine Reise durch den Süden der USA unternommen. Ein Thema unserer Recherche war Country Music. Ganz lang hieß es auch für mich „anything but country“. KönnerInnen wie Dolly Parton oder Johnny Cash (im Bild das Haus seiner Kindheit und Jugend in Dyess, Arizona) waren die Ausnahmen, die das billige Vorurteil bestätigten. Nicht zuletzt dank Apollonia und dieser Reise habe ich mich eines besseren belehren lassen. Weiterlesen

24|01|27: Die Türsteherin

Dank ihrer inzwischen 2.000 Artikel rückt Jess Wade das Wikipedia-Universum zurecht: mit Einträgen über Frauen, People of Color und anderen Minderheiten wie LGTBQ+ Personen in der Wissenschaft. 2024 ist sie Ballbotschafterin und Ehrengast  am Wissenschaftsball.

Ein Porträt von Oliver Lehmann für das Ballmagazins 2024.

Eine interessante Geschichte, eine erste schnelle Recherche, ein Hinweis auf einen Wikipedia-Artikel. Im Fall von Jessica Wade führte das zu einem Eintrag1https://en.wikipedia.org/wiki/Jess_Wade über eine renommierte Materialwissenschaftlerin, die sich am Imperial College London mit der sogenannten Raman- Spektroskopie befasst, eine Methode zur Untersuchung von Materialeigenschaften etwa von Halbleitern oder Pigmenten – besonders relevant bei der Analyse von Kunstobjekten. So weit, so erwartbar. Weiterlesen

24|01|27: Das richtige Prinzip bewahren

Wie groß ist eine Tonne CO₂? So groß wie ein Würfel mit einer Kantenlänge von 8 Metern

Editorial des Ballmagazins 2024. Zu den Fotos der Nacht hier entlang.

„Wir leben in einer merkwürdigen Zeitung“, schrieb Kurt Tucholsky einst. Wer wollte ihm widersprechen? Wobei: Merkwürdig ist ein Hilfsausdruck. Die Zeit ist fordernd, die Meldungen aus den Krisenherden dieser Welt oft überfordernd. Und jene Zeitungen – heute: Medien –, die qualitätsvoll und bedacht Einordnung schaffen würden, stehen unter dem Druck der virtuellen und realen Schreihälse, die ein absolutistisches Verständnis von Wahrheit haben, kein dynamisches, das die Grundlage der wissenschaftlichen Methode bildet. In einer Zeit der Umbrüche mag die Sehnsucht vieler Menschen nach Eindeutigkeit verständlich sein, die Ausbeutung dieser Sehnsucht für totalitäre Zwecke ist es nicht. Weiterlesen