Kategoriearchiv: Wissenschaftskommunikation | science com

26|09|30: Stiftungen stärken

VgS GF Günther Lutschinger, OL ©VgS/Ludwig Schedl

Einer meiner Lieblingshüte, die ich so aufsetze, ist jener des Vorstandsmitglieds des Verbands für gemeinnütziges Stiften; ehrenamtlich, klar. Der VgS vertritt die gemeinnützigen Stiftungen, die in Österreich im Gegensatz zu Westeuropa in der Minderheit sind. Dabei erfüllen Stiftungen ganz wesentliche Funktionen der Zivilgesellschaft und für das Gemeinwohl. Um dies Funktionen auch in Österreich und vor allem in Wissenschaft und Forschung zu stärken, haben wir diese Themen zum Jahresschwerpunkt erhoben und am 30.09.2026 eine Tagung dazu organisiert. Ich habe an der Gestaltung des Programms mitgewirkt und die Tagung mit rund 180 TeilnehmerInnen (hier entlang zu den Fotos) moderiert:

Weiterlesen →

26|01|23: Ist mehr Kommunikation unbedingt besser?

Foto: Ludwig Schedl/SciBall

Die Einleitung zur 3. Vienna Lecture on Science Communication von Astrid Séville am 23. Jänner 2026 im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Eine Zusammenfassung der Rede, sowie Links zu den Medienberichten und zum Video der Rede finden sich auf der Ball-Homepage.  

Weiterlesen →

25|01|25: In wirklich guter Gesellschaft

Rede beim Ehrenempfang | © Ludwig Schedl/SciBall

Das Editorial des Ballmagazins zum 10. Wiener Ball der Wissenschaften am 25.1.2025 im Wiener Rathaus. Das komplette Ballmagazin findet sich auf der Ball-Homepage 

Es wirkt wie ein kleiner Schritt verglichen mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die in den letzten zehn Jahren publiziert wurden. Als wir 2014 – angeregt durch den damaligen Bürgermeister Michael Häupl und den Universitätsbeauftragten Alexander Van der Bellen mit Unterstützung von Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny – begonnen haben, den ersten Ball im Jänner 2015 zu planen, ließen wir uns von dem Gedanken leiten, die Grenzen des traditionellen Ballformats auszuloten und zu erweitern. So etwa beim Eröffnungskomitee. Weiterlesen →

24|01|27: Die Türsteherin

Dank ihrer inzwischen 2.000 Artikel rückt Jess Wade das Wikipedia-Universum zurecht: mit Einträgen über Frauen, People of Color und anderen Minderheiten wie LGTBQ+ Personen in der Wissenschaft. 2024 ist sie Ballbotschafterin und Ehrengast  am Wissenschaftsball.

Ein Porträt von Oliver Lehmann für das Ballmagazins 2024.

Eine interessante Geschichte, eine erste schnelle Recherche, ein Hinweis auf einen Wikipedia-Artikel. Im Fall von Jessica Wade führte das zu einem Eintrag1https://en.wikipedia.org/wiki/Jess_Wade über eine renommierte Materialwissenschaftlerin, die sich am Imperial College London mit der sogenannten Raman- Spektroskopie befasst, eine Methode zur Untersuchung von Materialeigenschaften etwa von Halbleitern oder Pigmenten – besonders relevant bei der Analyse von Kunstobjekten. So weit, so erwartbar. Weiterlesen →

24|01|27: Das richtige Prinzip bewahren

Wie groß ist eine Tonne CO₂? So groß wie ein Würfel mit einer Kantenlänge von 8 Metern

Editorial des Ballmagazins 2024. Zu den Fotos der Nacht hier entlang.

„Wir leben in einer merkwürdigen Zeitung“, schrieb Kurt Tucholsky einst. Wer wollte ihm widersprechen? Wobei: Merkwürdig ist ein Hilfsausdruck. Die Zeit ist fordernd, die Meldungen aus den Krisenherden dieser Welt oft überfordernd. Und jene Zeitungen – heute: Medien –, die qualitätsvoll und bedacht Einordnung schaffen würden, stehen unter dem Druck der virtuellen und realen Schreihälse, die ein absolutistisches Verständnis von Wahrheit haben, kein dynamisches, das die Grundlage der wissenschaftlichen Methode bildet. In einer Zeit der Umbrüche mag die Sehnsucht vieler Menschen nach Eindeutigkeit verständlich sein, die Ausbeutung dieser Sehnsucht für totalitäre Zwecke ist es nicht. Weiterlesen →

23|12|09: Werner Vogt †

Werner Vogt, 3.2. 1938 – 11.11. 2023 / Foto: Falter – Archiv

Heute wurde Werner Vogt auf dem Neustifter Friedhof oberhalb von Wien zu Grabe getragen. Viel Gutes und Richtiges ist über ihn zum Abschied gesagt worden, etwa von Armin Thurnher. Als angenehm empfinde ich, dass die Heuchler diesmal schweigen; jener Typus, der sich sonst nach Kräften bemüht, Menschen wie Vogt Steine in den Weg zu rollen, ihre Schläge als vermeintliche Ratschläge tarnen, Karrieren mit Lebensläufen verwechseln, kurz: die Existenz von Renitenz als so bedrohlich für ihre Halbherzigkeit empfinden, dass sie ihre Aversionen nicht mehr als Hinterfotzigkeit tarnen können und die blinde Wut aus ihnen hervorbricht. Werner Vogt hat in hierzulande seltener Eindeutigkeit Mißstände und dafür Verantwortliche benannt. Erst in der Medizin und dann unausweichlich in Gesellschaft und Politik. Er hat sich so gegen Vereinnahmungen erfolgreich gewehrt, auch postum. Auch dafür gebührt ihm Respekt.

Weiterlesen →

23|03|30: Trotzdem ein Grund zur Freude

Erstmals wird im Medienförderungsgesetz Wissenschaftsjournalismus als Kriterium angeführt. Damit wird eine langjährige Forderung des Klubs der Wissenschaftsjournalist:innen erfüllt. Wie konnte es dazu kommen? Und was hat das für Konsequenzen?

Von Oliver Lehmann

Im Jahr 2013 Jahren stellte der Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist:innen die Ergebnisse einer Studie zur Arbeits-, Bildungs- und Ausbildungssituation österreichischer WissenschaftsjournalistInnen vor. Der traurige Befund von damals ist noch immer gültig. Als eine der Forderungen zur Verbesserung der Situation formulierte ich als damaliger Klubvorsitzender: „Die Politik ist gefragt, Rahmenbedingungen im Kontext der Medienförderung zu schaffen, die Bildungs- und Wissenschaftsberichterstattung zur Voraussetzung für die entsprechenden Förderungen machen.“

Weiterlesen →

23|01|28: Jede Geschichte ist eine Klimageschichte

Editorial des Ballmagazins 2023. Zu den Fotos der Nacht hier entlang.

Die wahrscheinlich größte Erbse der Welt zu Gast aus Brünn im Arkadenhof des Rathauses / Foto: R. Ferrigato

Die Erkenntnis ist ganz simpel, auch wenn es simple Gemüter gibt, die den Zusammenhang nicht verstehen wollen: Die Rückkehr auf das Tanzparkett wird uns ermöglicht durch die Wissenschaft. Und sie wird auch nötig sein, um die ganz großen Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen: Demographie, Digitalisierung, Mobilität, Energie und Klima. Oder wie unlängst auf Twitter gesehen: „Every story is a climate story.“ Die Felder sind entweder teilweise oder ganz zentral von der Frage betroffen, wie wir den Klimawandel und seine katastrophalen Auswirkungen bewältigen werden.

Weiterlesen →

23|01|27: Nobel im Frack

Anton Zeilinger ist nicht nur ein herausragender Wissenschaftler. Ganz früh hat er die Bedeutung der Wissenschaftsvermittlung erkannt. Was erklärt, warum er so gerne auf den Wissenschaftsball geht.

Eine Anprobe (aus dem Ballmagazin 2023) von Oliver Lehmann

Zwei Nobelpreisträger im Frack: Eric Kandel (Medizin 2001) und Anton Zeilinger (Physik 2022) beim Ordensvergleich am Wissenschaftsball 2017 / Foto: R. Ferrigato

Für die allermeisten frisch gekürten Nobelpreisträger (und die allermeisten sind noch immer Männer) beginnt die Planung der Preiszeremonie mit der Bestellung des allerersten Fracks ihres Lebens. Dementsprechend steif wirken die Wissenschaftler bei der Entgegennahme der Urkunde und der Medaille durch den schwedischen König. Die Einkleidung ist ohne Übung schon eine ziemliche Herausforderung; Naturwissenschaftler sind im Regelfall nicht für textile Finesse bekannt. Und sind Weste, Hemd (eigentlich ein gestärkter Latz), Elfenbeinknöpfe und weiße Masche aus Baumwollpikee erst einmal angelegt, bleibt dem Träger eigentlich gar nichts mehr üb-rig, als sehr steif und halbwegs würdig die Bühne des Stockholmer Konzerthauses zu queren und sich zu verbeugen.

Weiterlesen →