12|05|24: Warum ich kandidiere

Geschätzte Klubmitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit diesem Text will ich erläutern, warum ich für den Vorsitz des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten bei der Wahl am kommenden Mittwoch, den 30. Mai, kandidiere.

Vorab ein organisatorischer Hinweis: Selbst wenn Sie am kommenden Mittwoch keine Zeit haben, können Sie an der Wahl teilnehmen, indem Sie Ihre Stimme an den Wahlleiter Erich Witzmann delegieren. Das ist ab sofort möglich. Dazu reicht ein Mail von ihrem personalisierten Mail-Account an erich.witzmann@diepresse.com bis Mittwoch,16.00 Uhr, mit folgendem Wortlaut: „Ich delegiere meine Stimme für <Name des/der Kandidatin/en> für die Wahl des Vorsitzenden des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten am 30.5.2012 an Erich Witzmann“. Bei der Wahl selbst wird nur ihre Stimmen, nicht aber ihr Name bekannt gegeben.

Ich bin seit zehn Jahren Mitglied im Klub, und zwar aus folgenden Gründen:

1.) weil mir Austausch, Vernetzung und Reflexion wichtig sind;

2.) weil ich mich und andere weiterbilden kann;

3.) weil mir der Bildungs- und Wissenschaftsjournalismus ein Anliegen ist.

ad 1.) Ich halte die Aufgabe des Austauschs und der Vernetzung für enorm wichtig, weil immer mehr von uns entweder nicht fix in Redaktionen eingebunden sind oder durch immer härtere Anforderungen in den Redaktionen immer weniger Zeit für soziale Kontakte aufbringen können. Damit geht dieser so wichtige Austausch unter KollegInnen verloren, der nicht nur der Anregung (oder auch der Frustbewältigung) dient, sondern auch der Reflexion über die eigene Tätigkeit. Diese Möglichkeit bietet mir der Klub.

ad 2.) Weiterbildung im allereinfachsten, allerhilfreichsten Sinn: Wie würdest Du das schreiben? Kennst Du in dem Forschungslabor jemanden? Hast Du schon einmal was für die Redaktion geschrieben? Ohne den Klub könnte ich diese Fragen nicht stellen. Und ich könnte sie nicht beantworten. Zu diesem Schatz an informellem Wissen beizutragen und ihn mit anderen zu teilen, auch diese Möglichkeit bietet mir der Klub.

ad 3.) Welche Bedeutung wir als Klubmitglieder Bildung und Wissenschaft zumessen, steht in den Statuten und auf Seite 1 des Mitgliederverzeichnisses. Es ist eine sehr brauchbare Formulierung: „Die Tätigkeiten des Klubs basieren auf dem Grundsatz, dass Bildung und Wissenschaft zu den Grundpfeilern einer aufgeklärten, fortschrittsfähigen und solidarischen Gesellschaft gehören.“ Diese Überzeugung umzusetzen, sei es in jeglicher Form von Veranstaltung, der Wahl zum/zur WissenschaftlerIn des Jahres oder (ja!) des Eisstockschießens, auch diese Möglichkeit bietet mir der Klub.

Um diese Aspekte stärker als bisher voranzubringen, kandidiere ich für den Vorsitz des Klubs.

Zu meiner Person: Ich bin seit 25 Jahren Journalist. Erst als freier Mitarbeiter bei der tageszeitung und beim profil, dann als Redakteur beim Falter und später in Hamburg bei Merian und dem Stern. Nach meiner Tätigkeit bei News und bei BBC Worldservice gründete ich 1998 das Universum Magazin. 2007 ließ ich mich beim Universum Magazin als Chefredakteur karenzieren und wurde Sprecher von IST Austria; seit 2011 bin ich neben meiner Tätigkeit am IST Austria auch Co-Herausgeber des Universum Magazins. (mehr dazu unter http://www.oliverlehmann.at/klappentext-biographie/)

Mir sind die Schwierigkeiten dieser Doppelfunktion von Journalist und Kommunikator (womit ich alle nicht-journalistischen Tätigkeiten der Vermittlung zusammen fasse) bewusst. Ich will weder das eine noch das andere missen. Doch viele Kolleginnen und Kollegen befinden sich in der Lage, Kommunikation betreiben zu müssen, um sich den Journalismus leisten zu können. Welche Probleme dieses Spannungsverhältnis auslösen kann, habe ich für mich in einem Text zusammengefasst, den ich hiermit zur Diskussion stelle: http://www.oliverlehmann.at/fairness-offenheit-achtung/

Eine weitere, hiermit zur Diskussion gestellte Idee in diesem Zusammenhang ist, dieses Spannungsverhältnis mit jenen Methoden untersuchen zu lassen, die wir an sich sehr gut kennen: Mit den Mitteln der Wissenschaft in Form eines Forschungsprojekts zum Verhältnis zwischen Bildungs- und Wissenschaftsjournalismus auf der einen Seite und Kommunikation auf der anderen Seite.

Es würde mich freuen, wenn ich mit meiner Kandidatur eine Diskussion über diese Themen anrege. Sie können diese Diskussion unterstützen, indem Sie für mich stimmen. In diesem Sinn bitte ich um Stellungnahmen, Reaktionen und eine rege Teilnahme an der Wahl, sei es  – wie oben beschrieben – durch die Delegierung der Stimme an den Wahlleiter oder durch Ihre persönliche Anwesenheit am Mittwoch, 30.5., 17.30, Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien.

Mit kollegialen Grüßen

Oliver Lehmann

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